visz.ai
Blog

Hotjar ist jetzt Contentsquare: Was der Merge für DSGVO und Preise bedeutet

4 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort vorweg: Ja, Hotjar ist DSGVO-konform einsetzbar — mit Einwilligung vor dem Laden des Scripts, einem Auftragsverarbeitungsvertrag, sauberer Maskierung und einem Abschnitt in der Datenschutzerklärung. Wer pauschal etwas anderes behauptet, macht Panik.

Aber die Frage hat sich 2025/2026 verschoben. Denn Hotjar ist streng genommen nicht mehr das Produkt, über das du entscheidest: Seit dem 1. Juli 2025 ist Hotjar vollständig in die Contentsquare Group verschmolzen. Wer heute die DSGVO-Frage stellt, muss sie über Contentsquare stellen — und da sieht das Bild anders aus als noch vor zwei Jahren.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine Anwältin, einen Anwalt oder Datenschutzbeauftragte. Stand: Juli 2026.

Hotjar gibt es nicht mehr — es heißt jetzt Contentsquare

Contentsquare hatte Hotjar bereits 2021 übernommen; zum 1. Juli 2025 wurde die Hotjar Ltd. (Malta) vollständig in die Contentsquare Group verschmolzen. Bestandskunden werden laut Hotjars eigener Hilfe-Doku schrittweise bis Ende 2026 auf die Contentsquare-Plattform migriert; neue Registrierungen landen direkt dort (Stand: Juli 2026).

Das sichtbarste Zeichen: hotjar.com/pricing leitet inzwischen permanent auf contentsquare.com um — von uns selbst am 13. Juli 2026 per Abruf verifiziert.

Der Fairness halber: Contentsquare ist ein 2012 in Paris gegründetes, französisches Unternehmen — kein rein amerikanischer Anbieter. Der Konzern unterhält allerdings einen großen US-Arm (Content Square, Inc., New York), was für die Datenschutz-Bewertung relevant bleibt.

Aus einem Preis wurden drei Module

Aus dem früheren Hotjar-Bundle wurden drei getrennt bepreiste Produktlinien: Experience Analytics (Heatmaps, Session Replay, Funnels — Growth ab 49 US-Dollar pro Monat), Voice of Customer (Surveys und Feedback — Growth ab 99 US-Dollar pro Monat) und Product Analytics mit Custom Pricing. Das belegen die Analysen von Quackback und Contentsquares eigene Support-Doku (Stand: Juli 2026).

Kurios dabei: Es kursieren zwei parallel kommunizierte Einstiegspreise — der Hotjar-Pfad Growth für 49 US-Dollar und Contentsquares eigener, Ende 2025 gelaunchter Growth-Tier für 40 US-Dollar, bei vergleichbaren Features (laut SaaS Price Pulse und getspike, Stand: Juli 2026).

Auch der Free-Tier verdient einen zweiten Blick: 200.000 Sessions pro Monat klingen riesig, sind aber eine Analytics-Zahl — aufgezeichnet werden nur rund 5 Prozent der Sessions, gedeckelt bei etwa 10.000 Replays pro Monat (laut Quackback, Stand: Juli 2026). Eine verifizierte Capterra-Review vom Oktober 2025 beschreibt, dass Preiserhöhung und unübersichtliche Tiers nach der Übernahme der Wechselgrund waren.

Was der Merge für den Datenschutz bedeutet

Zuerst das Positive: Contentsquare lässt Kunden den Datenstandort wählen — AWS-Regionen in Irland und Frankfurt (dort at-rest) stehen neben US-Ost zur Auswahl, und es gibt eine öffentliche Auftragsverarbeitungs-Dokumentation samt Subprozessor-Liste (Stand: Juli 2026). Das ist professionell aufgestellt.

Aber: Die Infrastruktur läuft auf AWS, einem US-Cloud-Anbieter, und die offizielle Subprozessor-Liste nennt US-Dienste mit Datenzugriff — darunter OpenAI als LLM-Provider für den KI-Assistenten Sense Chat, Zendesk und Salesforce (Stand: Juli 2026). Ein US-Cloud-Stack bedeutet die übliche CLOUD-Act-Thematik — das ist eine strukturelle juristische Einordnung, kein dokumentierter Vorfall.

Und unverändert gilt: Der Tracking-Code setzt Cookies, von denen keines als unbedingt erforderlich durchgeht. Für EU-Traffic bleibt Opt-in-Einwilligung vor dem Laden Pflicht — das empfiehlt Hotjars eigene Doku (Stand: Juli 2026).

Einordnung: Was heißt das für dich?

Wenn du Hotjar-Bestandskunde bist, kommt die Migration ohnehin auf dich zu. Das ist der richtige Moment, das Setup zu prüfen: Welche der drei Produktlinien brauchst du wirklich, was kostet dein Pfad nach der Migration — und stimmen AVV, Consent-Einbindung und Datenstandort-Wahl noch?

Plane dabei Reibung ein: Es gibt mehr Plattform zu lernen als vorher, das Packaging verteilt sich über mehrere Module, und für Paid-Pläne veranschlagt eine Drittquelle zwei bis vier Wochen Implementierungsaufwand für Event-Mapping und PII-Konfiguration (laut getspike, Stand: Juli 2026) — der Free-Einstieg bleibt dagegen ein einfaches Script-Snippet.

Die DSGVO-Frage 2026 lautet weniger „ist es legal?“ — das ist es, mit Einwilligung und AVV — sondern „wie viel Aufwand und wie viel Abhängigkeit?“. US-Subprozessoren bedeuten Transfer-Absicherung und DPF-Abhängigkeit; die Details dazu stehen im Guide.

Und der ehrliche visz.ai-Winkel: Wir hosten EU-only bei Hetzner in Deutschland, das Snippet ist cookieless-fähig, und visz.ai ist kostenlos. Aber auch bei uns brauchst du für Session Replay eine Einwilligung — EU-Hosting ersetzt den Consent nicht. Wer dir etwas anderes verkauft, verkauft dir ein Problem.

Sieh es dir auf deiner eigenen Website an

Session Replay, Funnels, Heatmaps und Frustrations-Signale. DSGVO-first, EU-gehostet in Deutschland, und visz.ai ist 100 % kostenlos.

Kostenlos starten